Erfahrungen & Bewertungen zu rc:com - Agentur für frische Kommunikation
Seite auswählen

In meinen vorherigen Artikeln bin ich schon mehrfach auf die Wahl der Farbe beziehungsweise des Zusammenspiels der Farben auf dem Cover eingegangen. Aus den dort getroffenen Aussagen wie „mach nicht zu viel“ oder „muss zusammen passen“ möchte ich im heutigen Artikel einmal erklären, was die Hintergründe dafür sind und wie du mit dem Einsatz von Farben auf deinem Cover gleichzeitig deinen Umsatz beeinflussen kannst.

Verschiedene Persönlichkeitstypen verstehen sich – oder auch nicht

Jeder von uns hat es mit Sicherheit schon mal erlebt in der Nachbarschaft, im Job oder auf einer Party: es gibt Menschen mit denen können wir auf Anhieb! Gleichzeitig gibt es aber auch Personen, mit denen wir uns nach jahrelangen Mühen immer noch nicht verstehen. Das liegt einzig und allein an der Kombination der Persönlichkeitstypen, derer wir uns nicht immer bewusst sind.

Der blaue Typ – sorgfältig, bedacht und sachlich

Als blauer Persönlichkeitstyp werden diejenigen beschrieben, die wenig intuitiv reagieren, sondern durch enormes Fachwissen und eine ruhige Ausstrahlung auffallen. Aussagen werden sachlich recherchiert und mit Zahlen, Daten und Fakten unterlegt. Sein Auftreten ist eher zurückhaltend und konfliktscheu. Ist er sich seiner Daten jedoch sicher, kann er auch durchaus autoritär auftreten.

Der grüne Typ – organisiert, harmonisch, traditionell

Der grüne Typ ist eine Persönlichkeit, die einen gewissen Drang zur Harmonie verspürt. Er tritt offen und kommunikativ auf und dies darauf bedacht alle miteinander zu vereinen. Zusätzlich verfügt der grüne Persönlichkeitstyp über ein hohes Maß an Sicherheitsbedürfnis und tut sich mit größeren Änderungen schwer. Aggressivität oder übergeordnetes Verhalten sind von ihm nicht zu erwarten.

Der rote Typ – dominant, aktiv und chaotisch

Die drei Adjektive beschreiben den roten Persönlichkeitstypen sehr treffend. Seine aktive aber auch rastlose Art Dinge ohne Hemmungen anzugehen und voran zu treiben, macht ihn oftmals erfolgreich aber auch gleichzeitig unbeliebt. Er nimmt wenig Rücksicht auf andere und tritt vor allem laut ausladend. Die Entscheidungen sind oft spontan und beruhen nicht auf einer logischen Herleitung.

Der gelbe Typ – kreativ, hilfsbereit, kontaktfreudig

Gelb steht in diesem Modell vor allem für den Fokus auf den persönlichen Kontakt. Gelbe Persönlichkeitstypen sind oft sehr hilfsbereit und versuchen den Kontakt zu Menschen zu fördern. Oftmals verlieren sie dabei jedoch den Überblick und sind unorganisiert. Solange ein Interesse besteht kann der gelbe Typ sich vertiefen und zuhören. Gelbe Typen legen viel Wert auf die äußere Erscheinung.
Wer sich hiermit noch tiefer beschäftigen möchte sei an der Stelle an Matthias Niggehoff verwiesen. In seinem Podcast geht er als Psychologe intensiv auf die vier Farben beziehungsweise die dahinter stehenden Persönlichkeitstypen ein. (Link http://lerne-wirtschaftspsychologie.de/2017/08/23/fremdanalyse-der-persoenlichkeit-mit-dem-meta-modell/ )

Definiere die Zielgruppe deines Buchprojekts

Bei der Covergestaltung gibt es einen großen Fehler, den man begehen kann: Das Buchcover nach seinem eigenen Geschmack gestalten! Das kann zwar gut gehen aber in den meisten Fällen ist das Vorhaben eher zum Scheitern verurteilt. Auch wir als Covergestalter haben einen Persönlichkeitstypen als Grundwert, nachdem wir uns verhalten. Dieser muss dabei nicht zwingend der Intention des Autors entsprechend und im Zweifel auch nicht der Zielgruppe.

Insofern ist es wichtig vor der Covergestaltung die wichtigste Frage zu stellen: Wer ist meine Zielgruppe? Wer soll das Buch lesen? Für wen wurde es geschrieben? Viele Marketing-Experten arbeiten hier mit einem sogenannten Avatar. Darunter wird eine Beschreibung des idealen Kunden verstanden, der der Inbegriff der Zielgruppe ist. Dabei wird so intensiv und detailliert auf das Profil des Kunden eingegangen wie möglich. Ein Krimi beispielsweise hat eine andere Zielgruppe als ein Kochbuch. Während letzteres vor allem funktional und informativ ist, sollte der Krimi vor allem eine mitreißende Geschichte haben. Hier sind Gelegenheits-Leser und Viel-Leser in der Zielgruppe, die sich für dieses unterhaltende Genre interessieren.

Ordne deiner Zielgruppe ein Farbengemisch zu

Nun ist es aber nicht nur die Aufgabe die Zielgruppe zu finden und so genau zu beschrieben wir möglich, sondern auch ihr einen Farbtypen zu geben. Nur äußerst selten gibt es davon reine Formen. Jeder Mensch hat von den vier Farben bestimmte Ausprägungen, die sich ergänzen. Eine rot-dominate Person kann selbstverständlich auch gelbe oder grüne Einflüsse haben. Je nach wie stark diese sind, ergibt sich daraus eine Persönlichkeitsbeschreibung mit entsprechenden Interessen.

Ein roter Leser wird vermutlich nur sehr wenig Lese-Spaß an einem detailliert ausgearbeiteten Fachbuch haben. Gleichermaßen wird auch der gelbe Persönlichkeitstyp an festen Orientierungspunkten so Spaß-Grenzen kennen lernen, da er ansonsten eher locker und vor allem kreativ unterwegs ist. Sobald du deinen Avatar gefunden und beschrieben hast, kannst du daraus vergleichsweise schnell die Farbenkombination ableiten. Und daran solltest du dann bei der Covergestaltung anknüpfen.

Eine weitere Hilfe ist das DISG-Modell

Farben sind etwas Kreatives und wenn du als Covergestalter eher der blaue oder grüne Persönlichkeitstyp bist, wird es hier sehr schwer die Begeisterung dafür zu finden. Insofern ist es durchaus sinnvoll die farbliche Gestaltung über das sogenannte DISG-Modell zu erweitern. Im erweiterten Sinne ist diese nicht viel mehr als die Verbalisierung des Farbenmodells. Dennoch kann durch die Beschreibung mit Adjektiv der Persönlichkeitstyp ermittelt werden.

Nun solltest du im ersten Moment deine eigene Persönlichkeit mit diesem Modell ermitteln. Damit kannst du dann relativ einfach bestimmen, „woran es dir fehlt“ oder wo du unter Umständen den Rat eines anderen Farbtypen heran ziehen solltest. Der Fokus allerdings sollte darauf liegen, dass du deinen Zielgruppen-Avatar nach dem DISG-Modell charakterisierst. Das ist schließlich die Zielgruppe, auf die deine Covergestaltung abgestimmt sein sollte.

Gib ihnen was sie brauchen

In der Werbung ist es mittlerweile normal, dass die Zielgruppe genau mit dem Medium angesprochen wird, auf das sie am besten reagiert. Ferner werden auch genau die Stilmittel genutzt, die nachweislich am besten funktionieren. Nur weil du mit deinem Buch keinen Schokoriegel oder Sportschuh verkaufst ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass du genau diese Stilmittel auch verwendest.

Ist dein Buch dem Avatar nach für eine grün-gelbe Zielgruppe geschrieben, solltest du genau die Dinge verwenden, auf die die Zielgruppe anspringt. Eine persönliche kreative Covergestaltung mit den dazugehörigen Farben spricht den gelb-grünen Betrachter natürlich sofort an. Ein gut gestaltetes Cover würde dem Betrachter mit den Merkmalen der Persönlichkeitstypen auch vollkommen zusammenhanglos ins Auge fallen und entsprechende Aufmerksamkeit erregen.

Mach es einfach, verständlich und klar lesbar

Natürlich bleiben meine bisherigen Tipps zur Covergestaltung in ihrer Bedeutung weiterhin bestehen. Nur weil Farben mit im Spiel sind, bedeutet das nicht, dass alles andere außer Acht gelassen werden kann. Ganz im Gegenteil: Wer es schafft diese Dinge alle perfekt umzusetzen spricht unter Umstände durch das gute Cover eine Zielgruppe an, die sich des Bedarf bis dato nicht bewusst war.

Über die oft genutzte Funktion „Diesen Artikel kauften auch andere“ oder die bekannten Artikel-Vorschlags-Algorithmen wird das Buch Menschen angezeigt, die sich hauptsächlich für grün-gelbe Bücher interessieren. Insofern ist es auch gleichermaßen wichtig, dass du ein einheitliches Farbbild verwendest. Versuche deutliche und klare Farben zu nehmen und verwende maximal 2-3 verschiedene Farben auf dem Cover. So kann das Auge des Betrachters sehr schnell seine farblichen Vorlieben wahrnehmen und das Buch in Augenschein nehmen.

Zusätzlich gehört natürlich auch noch dazu, dass die Schrift deutlich und der Titel in einer angepassten Größe zu sehen ist. Hier noch einmal der Hinweis, dass der Titel auf der Thumbnail-Größe von 33% des Original-Covers lesbar sein muss. Die farbliche Gestaltung der Schrift sollte natürlich passend zum restlichen Farbkonzept sein. Eine schwarze Schrift wirkt oftmals neutral und ist von daher gut geeignet. Lässt die Covergestaltung dies aber nicht zu beziehungsweise verlangt für eine bessere Lesbarkeit nach einer anderen Schriftfarbe, sollte diese aus dem Farbspektrum des Zielgruppen-Avatar sein.

Tue das was nötig ist, nicht das was möglich ist

Die Farbpsychologie ist ein sehr großes Feld. Spätestens seit dem diverse Marketing-Experten stundenlange Vorträge über die Wirkung von Farben halten können ist auch das verfügbare Material dazu enorm angewachsen. Du solltest an der Stelle also aufpassen, wie viel deiner Energie du in das Verständnis der Farben investierst. Auch bei der Beschreibung des Avatars ist weniger manchmal mehr und zu viel dann auch eher kontraproduktiv.

Versuche also mit dem Wissen aus diesem Artikel die Beschreibung eines Zielgruppen-Avatar zu entwerfen und ihn einer Farbkombination zuzuordnen. Informier dich unter Umständen noch zusätzlich, welches Farbspektrum für diesen Typen besonders geeignet ist. Die Betonung liegt hier auf „besonders geeignet“. Es geht nicht darum die Zielgruppe mit einer riesigen Farbenpracht zu bombardieren, sondern die wenigen Akzente vollumfänglich ausnutzen, die unter Wahrung aller anderen Ratschläge möglich sind.

Auch wenn unser Bekanntenkreis oftmals aus Persönlichkeitstypen besteht, mit denen wir „auf einer Welle“ sind, gibt es doch immer wieder Menschen aus diesem, auf die die Prägung des Covers gut passen würde. Trau dich ihnen dieses vorzulegen und frage nach Kritik. Am Ende entscheidet nämlich deine Zielgruppe über den Erfolg und nicht deine eigene Meinung oder dein Geschmack.