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Im heutigen Beitrag möchte ich das Thema der Schriftart beleuchten und erklären. Ist das Thema denn so wichtig, dass es gleich einen eigenen Beitrag braucht? Aus meiner Sicht ja, denn hier kann man viel falsch machen. Viel wichtiger ist aber, dass mit der Wahl der richtigen Schriftart Chancen und Möglichkeiten entstehen, das Buch besser in der Suche zu platzieren und einen direkteren Zugang zum Interessenten zu bekommen.

DONT’S bei der Auswahl der Schriftart für das Buchcover

Mehrfach bin ich in den vergangenen Beiträgen schon darauf eingegangen, dass für das Cover eine Schriftart gewählt werden soll, die den Titel klar und deutlich macht. Beachte hierbei bitte unbedingt vorrangig die Thumbnail-Sicht von 33% Größe, die der Suchende als Erstes angezeigt bekommt. Kann die Schriftart dort nicht überzeugen oder lässt Fragen ist, kommt wahrscheinlich kein Sale zustande.

Was zum Beispiel ein absolutes DON’T ist: gleiche Farbe von Schrift und Coverbild! Schwarze Schrift auf dunklem oder schwarzen Hintergrund; weiße Schrift auf einem wolkigen Hintergrund – Niemals! Vermutlich lässt sich der Titel auf dem Buchcover schon nicht in der 100%-Sicht lesen. Das es dann als Thumbnail klappen sollte gleicht einem Vorhaben, dessen Scheitern schon beschlossen ist.

Die Abgrenzung über die Farbwahl ist ein elementares Mittel bei der Schrift auf dem Buchcover. Gleichermaßen unpassend kann die Wahl der Schriftart sein. Auf einem aufwändig gestalteten Buchcover mit vielen Elemente verschwindet eine dünne Schriftart sehr schnell im Getümmel. Ebenfalls ist eine besonders dicke Block-Schriftart nicht unbedingt notwendig, um das Buchcover zu unterstreichen, wenn dort beispielsweise gar kein oder nur wenige Elemente gestaltet wurden.

DON’T #1: Verwende keine alltäglichen Schriftarten

Wie sehr sprechen uns Cover oder Texte an, die beispielsweise in der Schriftart Arial geschrieben sind? Jeder Schüler lernt im Unterricht, wie er einen offiziellen Text wie beispielsweise ein Anschreiben zu schreiben hat. Dabei geht es neben der Formatierung immer auch darum, eine offiziell anerkannte Schriftart wie Arial zu wählen.

Damit mag man vielleicht keine offiziellen Fehler mehr machen, aber auf einem Buchcover hat die Schriftart nichts verloren. Ebenso gehören dazu Times New Roman, Calibri oder Comic Sans.

DON’T #2: Wähle keine Exoten unter den Schriftarten

Leider – denn teilweise bekommt man ja tausende verschiedener Schriftarten für wenig Geld auf Plattformen zu kaufen. Oftmals ist hier aber das Problem, dass die Schriftart so verschnörkelt und zu verspielt ist, als das diese für ein gutes Coverdesign taugt. Es ist nicht auszuschließen, dass hier eine Perle versteckt ist, die den Buchtitel noch ein bisschen besser in den Vordergrund stellt.

Wenn die zeitlichen Kapazitäten für die Suche vorhanden sind oder Zeit keine Rolle spielt, kann man sich zweifelsfrei gerne auf die Suche nach der Perle begeben. Dabei sollte aber nicht unbedingt eine Perle „erzwungen“ werden, sondern immer ein Buchcover zu Referenz vorliegen, bei dem der Titel mit einer guten und soliden Schriftart gestaltet wurde.

DON’T #3: Es muss passend sein – objektiv betrachtet

Natürlich ist es schwer in der Covergestaltung von objektiv zu sprechen. Dafür aber genau sollte man das Cover-Design den Experten überlassen, die schon hunderte und tausende Bücher gesehen und erfolgreich gestaltet haben. Denn am Ende muss es Interessenten und Kunden gefallen und nicht dem Autor oder dem Verleger.

Was meinst du, welche Schriftart Arnold Schwarzenegger auf seinem Namensschild an der Tür verwendet hat? Schnörkelige Handschrift? Ich stand noch nie vor seiner Tür aber zu seinem Ruf und seiner Erscheinung würde die Schriftart definitiv nicht passen. Er ist bekannt für seine brachialen, actiongeladenen Filme – insofern würde hier vermutlich eine massive Schriftart mit klaren Kanten zum Einsatz kommen.

Das Beispiel soll vor allem zeigen, das mit jedem Thema auch eine gewisse Erwartungshaltung verknüpft ist. Ein Krimi ist vollkommen falsch mit einer spielerischen Schriftart bedient. Ein romantisches Buch sollte keine fette Blockschrift haben. In beiden Beispielen entsteht eine Differenz zwischen Coverbild und Schriftart, die für den Betrachter irritierend und verstörend wirken kann. Und dann sucht er das Weite und kommt nicht wieder.

TO DO’S bei der Auswahl der Schrift für das Buchcover

Ein Buchcover, unabhängig ob als eBook-Cover oder für ein Print-Buch gestaltet, muss stimmig sein. Der Inhalt des Titels muss zum Coverbild passen. Das Coverbild muss wiederrum zur Story passen und dem Betrachter schnell eine Stimmung vermitteln können. Und hier kommt dann die Schriftart des Titels ins Spiel. Sie muss klar und deutlich sein. Sie muss also die Stimmung des Buchcovers transportieren und gleichzeitig durch ihre Art unterstützen.

Das klingt soweit erst einmal sehr weit her geholt. Das liegt daran, dass Verlage ganze Abteilungen damit beschäftigen, ein Buchcover vernünftig zu designen. Und natürlich können die Mitarbeiter das dort, so dass auf dem Markt relativ wenig Missratenes zu finden ist.

Die Selbstverleger, die ihre Werke auf Amazon, books on demand und weiteren Plattformen veröffentlichen haben hier ganz deutlich einen Nachteil. Sie verfügen über keine eigene Abteilung und müssen sich die Kenntnisse dazu mühsam selbst erarbeiten. Es macht hier also durchaus Sinn als Anfänger und Unerfahrener in dem Bereich jemanden zu beauftragen, der von der Materie schon entsprechend viel Ahnung hat und Erfahrungen sammeln konnte.

TO DO #1: Eine klare Schriftart für das Buchcover wählen

Es gibt bereits in der Standard-Auswahl der Schreibprogramme viele gute Schriftarten, die genau dieses Kriterium der Klarheit erfüllen. Was ist aber genau damit gemeint? Ein Buchstabe ist nun mal ein Buchstabe – mag man denken.

Abhängig von den Dimensionen der Buchstaben können diese aber verschieden weit auseinander stehen. So gibt es Schriftarten bei deren Verwendung 13-16 Worte der üblichen, deutschen Sprache in der Schriftform pro Zeile geschrieben werden können. Andere sind hingegen enger und man schafft vielleicht 18 oder sogar 20 Worte je Zeile als Durchschnittswert. Es stehen also mehr Buchstaben und mehr Worte in einer Zeile.

Im ersten Moment ist das zwar platzsparend und günstiger im Druck, aber für den Leser ist mehr zum Lesen und weniger „Luft“ zwischen den Buchstaben. Es ist demgemäß anstrengender die eng gestellten Buchstaben voneinander zu trennen. Und damit hat unser Auge nicht so schnell die Chance das Wort zu erfassen.

Als logische Konsequenz daraus kann unser Auge beim Scannen der Suchergebnisse den Titel des Buches mit einer eng gestellten Schrift nicht erkennen und lesen. Folgerichtig wird der Betrachter sich dem nächsten Buch widmen und dort versuchen eine Emotion zu erhalten, die den ersten Blick überdauern kann. Es ist also sehr clever eine Schriftart zu suchen, die den Titel auch in der 33%-Sicht deutlich lesbar ausgibt. So wird die Verkaufs-Chance deutlich erhöht und das Gesamtbild des Buches stimmig.

Gute Schriftarten hier sind beispielsweise Garamond, Bodoni MT oder Nirmala UI.

TO DO #2: Keine Experimente mit Farben bei der Schriftart

Schon bei den DONT’S hatte ich geschrieben, dass weiß auf weiß und schwarz auf schwarz schlechte Ideen sind. Ein Krimititel mit einem schwarzen Hintergrundbild und einer roten Schrift mag gut aussehen und funktionieren. Bis auf solche Ausnahmen sollten hier aber auch die Experimente weitestgehend eingeschränkt werden.

Es gibt im Internet eine Vielzahl von Datenbanken, die sogenannten Farbepaare ausgeben. Mit Hilfe dieser kann sehr schnell bestimmt werden, was zum jeweiligen Coverbild passt. Ist der Hintergrund voller Gemüse und damit vorzugsweise grün, ist ein Orange beispielsweise eine gute Wahl. Dort ist dann auch zu sehen, dass Schwarz und Rot gut miteinander harmonieren, was den gut wirkenden Krimititel erklärt.

Bei der Auswahl Farbe für die Schriftart sollte also eine passende Farbe gewählt werden. Hierbei sollte niemals die Gleiche wie beim Cover-Bild genommen werden. Meistens wirken auch grelle Neon-Farben eher verstörend und „laut“ bei der Betrachtung, so dass mit einem Verzicht darauf meist kein Fehler begangen wird. Hier ist es speziell bei den ersten Werken sinnvoller in den gewohnten, konventionellen Bahnen mit dem Strom zu schwimmen, als alles auf eine Karte zu setzen.

TO DO #3: Weniger ist mehr – bleib dabei!

Auf einem Buchcover lässt sich allerhand unterbringen. Der Titel, der Autor, der Untertitel – um nur einige wenige aber meist gängige Dinge zu nennen. Der findige, aufmerksamkeitssuchende Anfänger mag hier auf die Idee kommen die Teile jeweils mit einer anderen Schriftart gestalten zu wollen.

Vergiss es!

Das Hintergrundbild kann noch so gut sein, der Titel perfekt gewählt – wenn unterschiedliche Schriftarten auf dem Buchcover verwendet sind, wirkt dies immer unruhig und für den Betrachter „schief“ oder „nicht passend“.

Natürlich ist es legitim an der Stelle mit verschiedenen Größen der Schriftart zu spielen. Hier empfehlen wir zur deutlichen Unterscheidung den Titel deutlich größer als alles andere auf dem Buchcover zu machen. Nur dieser ist am Ende auch interessant in der 33%-Sicht gelesen zu werden. Der Autor und der Untertitel sollten deutlich kleiner gestaltet werden.

Speziell der Name des Autors sollte auch geographisch an einer anderen Stelle auf dem Cover platziert werden. Faltet man das Buchcover in drei gleich große Teile der Höhe nach, sollte der Titel auf der oberen oder unteren Teilungslinie stehen. Wo es richtig ist, entscheidet der Schwerpunkt des Hintergrundbildes. Dieser darf durch den Titel natürlich nicht verdeckt sein. Vielmehr soll der Titel die Kernaussage des Bildes unterstützen.

What To Do und Not To Do bei der Wahl der Schriftart

Wer diesen Beitrag aufmerksam gelesen hat, verfügt nun über das notwendige Rüstzeug für die Gestaltung der Schrift auf dem Buchcover. Es gibt die immer die Möglichkeit falsch zu liegen, aber wer die DONT’S berücksichtigt und beherzigt hat die Top3-Fehlerquellen schon ausgeschlossen.

Bei der Covergestaltung sollten die DO’S die Rolle spielen und unbedingt umgesetzt werden. Das sichert einerseits zu gutes Buchcover ab und bestärkt das harmonische Bild der Elemente. Andererseits werden damit aber viele weitere Fehlerquellen neben den Top 3-DONT’s vermieden. So gelingt jede schriftliche Gestaltung eines Buchcovers!